„Social Media Zapping“ oder die Kunst des Eintauchens in den Nachrichtenstrom

Nahezu regelmäßig werde ich in Präsentationen und Vortragen zu Social Media gefragt, wie man denn den Massen an Inhalten, die sich tagtäglich in den sozialen Netzwerken über einen ergießen, Herr werden könne. Sätze wie “Das kann ich doch gar nicht alles lesen“ oder „Wenn ich darüber mitdiskutieren soll, komme ich zu nichts anderem mehr“ sind übliche Kommentare von Kollegen oder Freunden zum Thema Social Media. „Stimmt“ ist meine häufigste Antwort und ich versuche diese mit Hilfe einer meiner Lieblingsmetaphoriken zu diesem Thema zu erläutern:

Denn es ist richtig, man muss nicht alles lesen, was auf Twitter, LinkedIn, Facebook & Co. an einem vorbeirauscht. Denn Social Media kann man sich wie einen Fluss vorstellen, in dem man eintaucht, um Nachrichten einzufangen. Aus ihm man aber auch ganz einfach wieder auftauchen und den Strom einfach an sich vorbeiziehen lassen kann. Taucht man ein, kann man spannende Neuigkeiten erfahren, taucht man wieder auf, ziehen diese eben an einem vorbei, ohne das man sie wahrgenommen hat, was eben auch kein Beinbruch ist. Meditations-Praktiker würden sagen: Letting go!

Social Media Zapping

Einfach mal Eintauchen in den Nachrichtenstrom – und bloß nicht stressen lassen von zu viel Information!

Als ich neulich wieder einmal eine solche Diskussion mit einer Kollegin hatte, und meine obige Metaphorik heranziehen wollte, kam mir jedoch ein anderes Bild bzw. ein anderer Begriff in den Kopf: der Begriff des „Social Zappings„. Damit meine ich nicht das Absagen von Treffen mit Freunden, sobald sich bessere Alternativen auftun (s. zu diesem vermeintlichen Trend s. u.a. den folgenden Blogbeitrag aus 2012: http://blog.lastminute.de/social-zapping/).

Vielmehr wollte ich mit dem Begriff des „Social Zappings“ oder sagen wir „Social Media Zappings“ eine Analogie zum TV Zapping herstellen. Denn beim „Zappen“ vor dem Fernsehschirm schaut man sich ja auch relativ ohne Plan (und meist ohne vorherigen Blick in die Fernsehzeitung) an, was gerade so läuft, schaltet von einem Sender zum anderen, und bei völliger Langeweile einfach aus. Genau das mache ich auch manchmal, wenn ich nicht auf der gezielten Suche nach einer bestimmten Information im Netz oder in den social networks bin, sondern einfach mal so in den diversen Kanälen vorbeischaue, um zu sehen, was gerade so los ist. Und das macht wirklich Spaß, genauso wie das TV Zapping ja auch vielen Leuten Spaß macht.

Und noch eine Analogie gibt es zum Fernsehen: meiner ist meistens aus und ich bedaure es auch nicht, dass ich all die vielen Sendungen und Nachrichten nicht verfolgt habe, die dort in der Zeit kamen, wo ich nicht geschaut habe. Bei Social Media ist es doch genau so: die meisten Informationen und Nachrichten nehme ich nicht auf, einfach, weil ich nicht in die Medien reinschaue. Tu ich es aber doch, dann erfahre ich eben auch viel Spannendes – selbst in kurzer Zeit!

Ach und übrigens – es gibt noch eine andere Möglichkeit Social Media-Kanäle zu nutzen: nämlich durch die konkrete und strukturierte Suche nach Informationen! Aber das ist jetzt schon wieder ein anderes Thema für einen anderen Blog-Beitrag!

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